Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Interview mit der PNN

Die PNN hat in seiner heutigen (2.7.2009) Ausgabe den folgenden Artikel veröffentlicht.
Das ausführliche Interview zwischen der PNN und Herrn Niklas Wanke können Sie an dieser Stelle nachlesen.

PNN: Welche Erfolge als Vorstand sehen Sie für die vergangenen Jahre?
Ist es richtig, dass ihr Verein im vergangenen Jahr (2008) 150 Mitglieder
verloren hat? Wenn nein, wie viele dann?
Wanke: Der größte Erfolg des TSV in den letzten drei Jahren ist, dass
seit 2008 die gesetzlichen Mindestanforderung an die Unterbringung der
Fundtiere eingehalten werden. Gleich danach ist die erreichte öffentliche
Aufmerksamkeit, die das Thema Tierschutz nun in Potsdam hat, als
Erfolg zu benennen. Eher nebensächlich, aber für die tägliche Arbeit
nicht unwichtig ist, dass wir die Mitgliederzahl von etwas über 700 vor
auf derzeit über 900 steigern konnten.

PNN: Ist es richtig, dass der Verein defizitär mit mehreren 10000 Euro
minus in den vergangenen Jahre gearbeitet hat, die nur durch Erbschaften
etc. ausgeglichen werden konnten?
Wanke: Das ist gut, dass Sie das ansprechen. Nein, wir haben zu keiner
Zeit Schulden gemacht. Im Gegenteil gerade in der Zeit der Betreibung
des Tierheims, konnten wir unsere Rücklagen für ein Vereinstierheim
maßgeblich steigern, obwohl sich die Gemeinden an den festgelegten
viel zu hohen Betriebs- und Lohnkosten nicht angemessen beteiligt haben.
Die Entscheidung unserer Vorgänger das Tierheim zu den vorgegebenen
Bedingungen zu betreiben, muss ich hierbei in Schutz nehmen. Sie war
dem übergroßen Wunsch geschuldet die Haltungsbedingungen der Tiere
nun endlich zu verbessern.

PNN: Ist es richtig, dass Sie persönlich damals die Idee hatten, einen
Hund in einen zu kleinen Zwinger zu stecken, ihn fotografieren zu lassen
um damit Zustände im Tierheim öffentlich anzuprangern?
Wanke: Nein auch das ist nicht ganz richtig. Die Zwinger in denen Wölfi
und Rocky fotografiert wurden, waren genauso groß wie die anderen
Zwinger, in denen bis zum Umbau durch den Verein hunderte Hunde,
tagein tagaus von Dackel- bis zur Doggengröße gestanden haben und
erst dann wurden 22 Zwinger in einer Überreaktion gesperrt, so dass
wir die begonnen Arbeiten zur Vergrößerung der Zwinger von nun an mit
amtlichen Segen beenden konnten.

PNN: Rechnen Sie sich die Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt über den
Verbleib von Spendengeldern zu? Sind dabei Kosten für Anwälte und
Gericht in Höhe von rund 10.000 Euro entstanden?
Wanke: Man kann es nie allen recht machen. Einen Anwalt einzuschalten
war unabdingbar. Hätten wir das nicht getan würde man uns heute genau
dies vorwerfen. Für die Abrechnung den Weg über das Gericht zu gehen
ist darin begründet, dass wir nur so eine Chance sahen endgültige
Rechtssicherheit zu erlangen und die Spenden an den Tierschutzverein
dauerhaft zu sichern. Außerdem mussten wir auch bei der Abrechnung
der städtischen Konten, die wir über fünf Jahre verwaltet haben haarklein
Abrechnung leisten. All das hätte uns als ehrenamtliche Mitglieder allein
überfordert. Damals erhob die Stadt immer wieder öffentlich Anspruch
auch auf unsere Spenden, Erbschaften und Sponsorengelder. Die Kosten
für unser Vorgehen im Verhältnis zu dem existentiellem Risiko, diese
Spenden, Erbschaften und Sponsorengelder im sechsstelligen Bereich zu
verlieren, waren klein.

PNN: Es gibt Vorwürfe, aus Protokollen von Mitgliedsversammlungen
seien kritische Stimmen getilgt worden. Ist das richtig?
Wanke: Keineswegs. Richtig ist, dass wir über unsere
Mitgliederversammlung keine Wortprotokolle führen sondern den
Verlauf und die Ergebnisse festhalten.

PNN: Wie bewerten Sie die Vorwürfe rund um den Hund “Bruno”, dass
dieser zu spät behandelt worden sei.
Wanke: Dies ist mieseste Trittbrettfahrerei, die in einem grässlichen
Widerspruch zur Tragik des Falls steht. Kurz nach Hinweis durch den
Betreuer haben wir, die schon seit langem geplante Übergabe in eine
Pflegestelle des TSV vorgenommen und diese sogleich damit
beauftrag Bruno untersuchen zu lassen. Leider hat sich hier ein anderer
Verein eingemischt bei dem die Pflegerin zur Miete wohnt.

PNN: Glauben Sie, dass die Mitgliedschaft Sie und den Vorstand am
Freitag entlasten wird?
Wanke: Daran habe ich keinen Zweifel, kritische Stimmen gibt es immer
aber letztendlich wird sich die Wahrheit durchsetzen.

PNN: Welche Pläne hat der Vorstand für das kommende Jahr,
besonders bezogen auf ein neues Tierheim? Werden Sie sich um den
Bau bewerben?
Wanke: Der amtierende Vorstand hat sich bisher an allen
Interessenbekundungsverfahren als auch Ausschreibungen ob nun
deutschlandweit oder europaweit beteiligt. – Mit dem kommenden
Ausschreibung zählen wir nun sechs Verfahren. – Wie das bei der
anstehenden Ausschreibung aussehen wird, kann ich nicht vorhersagen,
da sie noch nicht veröffentlicht wurde.

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