Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Kein Vergnügen auf Kosten von Wildtieren im Zirkus

circus_logo Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Pressemitteilung möchten wir daran erinnern, dass die Stadt Potsdam eine Selbstverpflichtung eingegangen ist, um die Haltung von Wildtieren in Zirkussen endlich zu beenden. Die Selbstverpflichtung hat zum Inhalt, dass die Stadt Potsdam keine städtischen Flächen mehr für Zirkusse, die mit Wildtieren arbeiten, zur Verfügung stellt.
Schon der Zirkus Krone gastierte im August 2009 auf dem Gelände der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Pro Potsdam. Nun gastiert im April der Zirkus Sarrasani auf dem städtischem Bassinplatz, der vom KIS verwaltet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Niklas Wanke, Vorsitzender des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V.

Pressemitteilung vom 31. März 2010

Wieder einmal gastiert ein Zirkus, der mit Wildtieren reist, in Potsdam auf einer städtischen Fläche. Diesmal sind es 2 Tiger und ein Seelöwe.

Die geplante Hauptattraktion, ein weißes Tigermädchen, musste am 22. März diesen Jahres wegen eines chronischen Nierenleidens mit nur 22 Monaten eingeschläfert werden. Eine genetisch bedingte Krankheit, wie die behandelnde Tierärztin mitteilte. Dies verwundert nicht, denn weiße Tiger – eine Laune der Natur – sind sehr selten und werden daher in Menschenhand häufig durch die Verpaarung von Geschwistertieren oder Eltern mit Kindern gezeugt. Neben der weißen Fellfarbe kommt es dabei zu den verschiedensten chronischen Krankheiten, die aber für den Kommerz billigend in Kauf genommen werden. Die Gesundheit der Tiere ist dabei nebensächlich, wichtig ist nur das einträgliche Geschäft mit den besonders gefärbten Großkatzen.

Die anderen beiden Tiger im Zirkus Sarrasani leben das traurige Leben von Wildtieren im Zirkus – eingesperrt, zu Unterhaltungszwecken vorgeführt, sich langweilend. Tiger sind in der freien Natur Einzelgänger, die sich nur zur Paarungszeit treffen und danach wieder getrennte Wege gehen. Ihre Reviere sind bis zu 300 km² groß und zu ihren Grundbedürfnissen gehört z. B. ein blickdichter Unterschlupf. Nichts davon kann in einem Zirkus realisiert werden.

Der 230 kg schwere Seelöwe im Zirkus Sarrasani ist besonders zu bedauern. Das Element dieser Tiere ist das Wasser, sie sind ausdauernde Schwimmer und Taucher und leben eigentlich mit vielen Artgenossen zusammen. Wer sich einmal mit Seelöwen beschäftigt hat, weiß, dass deren Augen besonders lichtempfindlich sind, da sie darauf ausgerichtet sind, auch im tiefen Wasser noch etwas zu erkennen. Wie muss sich dieses Tier im grellen Scheinwerferlicht fühlen?

Solange allerdings die Bundesregierung keine einheitliche Regelung zu einem Wildtierverbot in Zirkusunternehmen findet, ist es an den Städten und Gemeinden, Farbe zu bekennen. So sollten nicht länger städtische Flächen für Gastspiele von Zirkusunternehmen, die mit Wildtieren reisen, zur Verfügung gestellt werden.

Unsere Bitte an die Stadt Potsdam – kein Vergnügen mehr auf Kosten von Wildtieren im Zirkus! Und unsere Bitte an die Potsdamer Bürger – unterstützen Sie die Ausbeutung von Wildtieren im Zirkus nicht durch Ihren Besuch.

Andrea Salow
Vorstand Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e. V.

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