Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Stellungnahme zur Ausschreibung zur Fundtier- und Obdachlosenbetreuung

Pressemitteilung vom 23.12.2010

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. wird sich an der am 28.12.2010 auslaufenden Ausschreibung zur Fundtier- und Obdachlosenbetreuung nicht beteiligen. Zu dieser Entscheidung ist der Vorstand nach Aussprache mit den Mitgliedern auf der diesjährigen Mitgliederversammlung gekommen. Neben anderen Gründen gibt es drei K.o.-Kriterien für den Verein.

1. Aus Sicht des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V. ist, wie schon mehrfach erklärt, das Festhalten der Stadt Potsdam an der zwangsweisen Kopplung von Fundtier- und Obdachlosenbetreuung ein Schritt in die falsche Richtung. Hier drin sieht der TSV große Risiken und Nachteile für die Fundtiere. Darüber hinaus steht der Verein der Heranziehung von Obdachlosen zu Arbeitsmaßnahmen im Tierheim, um die Kosten zu dämpfen, äußerst kritisch gegenüber.

2. Das Gelände in Eiche, das der Verein hätte in Anspruch nehmen müssen, soll nach dem Willen der Stadt nach Ablauf des Vertrages an die Stadt fallen. Dies ist für den Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V., der schon einmal das Tierheim an die Stadt Potsdam zurückgeben musste, unannehmbar.

3. Aus den Erfahrungen die der TSV in der Zusammenarbeit mit der Stadt über die letzten 20 Jahre gemacht hat, gibt es unter den gegebenen Umständen keinen Grund zu hoffen, dass die Stadt dem Verein dieses Mal wohlgesonnen sein wird.

Schon in den Jahren 1990 bis 2002 bezahlte der TSV häufig die Anschaffungen von Käfigen und ähnlichem für das städtische Tierheim und gab damals bis zu 40.000 DM pro Jahr für Kastrationen der Straßenkatzen aus.

In den Jahren der Betreibung des städtischen Tierheims von 2003 bis 2007 musste der Verein jährlich 50.000 Euro für die Fundtierbetreuung zu der städtischen Pauschale von 126.000 Euro zuschießen.

Die plötzliche Kündigung durch die Stadt Potsdam verursachte einen Schaden von 150.000 Euro, den die Stadt wissentlich in Kauf nahm.

Der Verein sah sich seitdem massiven Verleumdungen und Falschbehauptungen seitens der Stadt bzw. Stadtpolitik ausgesetzt.

Jetzt anzunehmen, er hätte in einer Ausschreibung gleiche Chancen wäre so, als wenn man, um jahreszeitlich im Bild zu bleiben, noch an den Weihnachtsmann glaubt.

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. hat sehr viel Lehrgeld für seine Hilfsbereitschaft in Potsdam gelassen und wird sich nun anderweitig orientieren müssen.

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. wünscht allen Lesern ein gesegnetes Fest und ein frohes Neues Jahr.

Nachtrag zur Pressemitteilung vom 23.12.2010

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. hat sich auch aufgrund  der Risiken rund um das Grundstück in Eiche, mit dem der Verein gezwungen wäre sich zu beteiligen, gegen eine Teilnahme an der Ausschreibung entschieden. Dies ist zwar kein K.o.-Kriterium bei seiner Entscheidung gewesen aber ein wichtiges Argument, warum der TSV kein Angebot abgeben wird. Einerseits rechnet der TSV auf heftige Gegenwehr seitens der Anwohner, andererseits sind, vor dem Hintergrund, dass ständig neue illegale Mülldeponien öffentlich werden, die Risiken aufgrund der früheren Nutzung des Grundstücks für ihn nicht überschaubar und somit auch nicht kalkulierbar.

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