Tierheimbau auf gutem Weg

Wann geht denn endlich der Tierheimbau los, wo doch seit dem Sommer die Baugenehmigung da ist? Was geschieht auf dem Tierheimgelände, es ist nichts zu hören und zu sehen? Diese und ähnliche Fragen von Vereinsmitgliedern und Tierfreunden aus Potsdam und Umgebung erreichen unseren Vorstand fast jeden Tag. Angekündigt war ja, dass unser neues Tierheim noch 2017 den Betrieb aufnehmen wird. Doch jetzt, wo sich das Jahr dem Ende neigt, ist davon weit und breit nichts zu erkennen. Was hat der Vorsitzende auf der letzten Mitgliederversammlung bloß erzählt?

Es gibt eine Menge Gründe, warum sich unser Vorhaben verzögert. Aber zunächst: Wir sind immerhin schon an das Trinkwasser- und an das Stromnetz angeschlossen. Dazu wurden in einem Graben von etwa 160 m Länge Leitungen von der B 2 bis in unser Haus 5 verlegt. Auch ein Datenkabel liegt darin. Bereits dabei hat sich jedoch gezeigt, dass wir uns von unserem Vorhaben, diese Arbeiten mit ehrenamtlichen Helfern zu meistern, verabschieden mussten. Wie lange hätte es gedauert, eine solche Trasse auszuheben, 1,60 m tief und 1 m breit? Wie viele Sonnabende hätten wir dazu gebraucht? Da mussten Firmen mit entsprechender Technik ran, die schließlich auch die Leitungen gelegt haben.

Bei den vor uns liegenden Aufgaben wird das nicht anders sein. Zumal wir mit der Baugenehmigung von der Bauaufsicht Auflagen erhalten haben, mit denen so nicht gerechnet wurde: Unsere Häuser müssen die modernen Vorschriften zur Energieeinsparung und zum Brandschutz erfüllen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Außerdem ergab ein Gutachten, dass unsere Dächer diesen Vorschriften auch nach der vorgesehenen Sanierung überhaupt nicht entsprechen und zudem noch schadstoffbelastet sind. Also sind sie komplett zu erneuern. Die Liste der unvorhergesehenen Anforderungen ließe sich fortsetzen, doch damit macht sich nur Pessimismus breit.

Im Gegenteil, es ist Zuversicht angebracht. Denn wir haben in den vergangenen Monaten die Hände nicht in den Schoß gelegt. Zu uns sind zwei ausgewiesene Fachleute für die Projektentwicklung und die Ausführung der Arbeiten an unseren Häusern gestoßen. Beide arbeiten ehrenamtlich Hand in Hand. Und wir haben für die Erstellung der bauamtlich geforderten Unterlagen ein Ingenieurbüro beauftragt. In Kürze werden wir zum Beispiel wissen, wie die Dächer beschaffen sein müssen, wie die Wände zu dämmen sind und auf welche Energiequellen wir uns am besten stützen. Dann werden wir zum Ausführen der Arbeiten Angebote von Firmen einholen.

Na klar, jeder fragt sich jetzt, ob wir, der Tierschutzverein Potsdam, das alles bezahlen können. Die Antwort lautet: Ja! Für unser Haus 5, mit dem wir den Tierheimbetrieb aufnehmen wollen, ist die Finanzierung gesichert. Vielleicht reicht es sogar noch für Anfangsarbeiten an den anderen Häusern. Allein schon darauf begründet sich unser Optimismus, dass es wird mit unserem Tierheimbau. Hinzu kommt, dass wir unter den neuen Umständen die Gewissheit bekommen, etwas Nachhaltiges zu schaffen, etwas, das nicht nur für zehn Jahre Bestand hat.

Es gibt noch mehr, was unseren Optimismus stärkt. Zum Beispiel das Verhältnis zur Stadt Potsdam. Das war ja nicht immer das beste. Doch wir sind aufeinander zugegangen. Das Parlament und die Verwaltung unterstützen den Tierheimbau. Immer und immer wieder ist auch ein harter Kern von ehrenamtlichen Helfern zur Stelle, wenn es darum geht, unser Tierheimgrundstück und die Zufahrt ordentlich zu halten, zum Beispiel nach den Stürmen in den vergangenen Wochen. Bei anderen Arbeitseinsätzen wurden gespendete Fenster und Heizkörper gereinigt und altes Linoleum aus den Räumen des Hauses 5 entfernt. Sehr oft melden sich Tierfreunde, die danach fragen, was sie helfen können, wenn es mit dem Bau beginnt. Ihre Zeit wird noch kommen!

Und was den aktiven Tierschutz anbelangt, die Versorgung von Straßenkatzen beispielsweise oder die Hilfe bei erkrankten Tieren oder bei der Tiervermittlung, da sind wir so gut wie jeden Tag gefordert.

Es geschah und geschieht jedenfalls vieles mehr, als es für Außenstehende den Anschein hat. Das in diesen Tagen, wo wir der Weihnachtszeit und dem Jahresende entgegen sehen, einmal kundzutun und den Helfern und Spendern ein herzliches Dankeschön zu sagen ist das Anliegen dieser Zeilen.

Das Tierheim wird kommen. Wir bauen es!

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