Vereinsmitglieder holen Hunde und Katzen aus ukrainischem Kriegsgebiet

Auf dem Tierheimgelände in Potsdam wird der rote Vereinstransporter von Antje Schwarze, Steffi Krüger und Konni Krüger (v.r.n.l.) mit Futter und die Sachspenden für das Tierheim in Kiew beladen

Es ist Freitag, der 7. Mai 2022, 8 Uhr. Unser Vereinsteam mit Thomas Braband, André Klink und Rainer Stenzel bricht im roten Iveco-Transporter zur Fahrt an die polnisch-ukrainische Grenze auf, um weitere Hunde und Katzen aus dem Tierheim "Gute Hände", das in Buchansky im Großraum von Kiew und damit mitten im Kriegsgebiet liegt, zu retten.

Am Tag zuvor hatten unsere Tierpflegerinnen den Transporter randvoll mit Futter und Sachspenden für das Tierheim in Kiew beladen. Auch ein zentnerschweres Röntgensystem, gespendet von einem Tierarzt aus Süddeutschland, fand Platz.

Kurz vor 22 Uhr bei Warschau: Unser Team trifft wie verabredet einen vom ukrainischen Tierheim beauftragten Transporter und lädt die Spenden um.

Wenige Minuten nach 23 Uhr: Unsere Vereinsmitglieder steuern ein kleines Ferienhaus an, das für die Übernachtung gebucht worden war.

In der Nähe von Warschau wird umgeladen in ein Fahrzeug das die Spenden nach Kiew bringt.

Sonnabend 7 Uhr. André meldet: "Haben gut geschlafen und gefrühstückt. Fahren jetzt zur Übergabe der Tiere."

Kurz vor 9 Uhr an einem polnisch-ukrainischen Grenzübergang berichtet Thomas: "Wir stehen und warten." Das Wetter sei saumäßig, es regne in Strömen.

10.40 Uhr: Die ersten fünf Tiere sind da, zwei Hunde, drei Katzen. Jetzt ist klar, es wird dauern, bis alle beisammen sind. Der 600 km lange Transport vom ukrainischen Tierheim bis zur Grenze nach Polen erfolgt mit mehreren Teams.

11.20 Uhr: Der zweite Transport ist da.

Beim Abschied von den Tieren gab es Tränen.

14.43 Uhr: Der dritte und letzte Transport ist angekommen. André schreibt: "Alle da, wir fahren jetzt los. Wenn alles gut geht, sind wir in 13 Stunden zurück." Und er vermerkt noch: Die drei Touren von Buchansky bis an die Grenze nach Polen wurden allein von jungen Tierpflegerinnen vollbracht. Dort hätten sie fast acht Stunden auf die Abfertigung warten müssen. Passieren durften sie nicht mit dem Auto. Sie mussten die über einen Kilometer lange Strecke zwischen den ukrainischen und polnischen Grenzposten zu Fuß bewältigen. Und das mit den schweren Transportboxen. Beim Abschied von den Tieren habe es Tränen gegeben.

Um 15 Uhr meldet Thomas: "Wir haben übrigens fünf Hunde und nur vier Katzen bekommen." Ups - das ist für die Tierheim-Mannschaft in Potsdam eine Überraschung. Die Aufnahmegrenze sind vier Hunde, so war es auch abgesprochen. Jetzt hieß es, neu disponieren, es brauchte im Tierheim Potsdam einen weiteren Quarantäneraum. Ein mehrstündiger zusätzlicher Einsatz unserer Tierpflegerin Konni Krüger ließ alle aufatmen.

 

(Fotogalerie: Die Hunde und Katzen kommen etappenweise am ukrainisch-polnischen Grenzübergang an.)

18.30 Uhr. Thomas informiert: "Sind jetzt in Warschau, noch 600 km."

Pause auf der Rückfahrt. Auch die Hunde dürfen mit Thomas (l.) und Rainer an die frische Luft.

19.50 Uhr. "Machen Pause mit den Hunden," schreibt André. Frage aus Potsdam: Sind sie artig und zugänglich? Antwort von Rainer: "Nur zwei sind etwas ängstlich."

22.40 Uhr. Frage aus Potsdam: Seid Ihr noch nicht zu müde? Antwort von Andé: "Alles gut, wir sind Profis." Potsdam: Also dann ist jetzt Ruhe, meldet Euch, wenn Ihr an der deutschen Grenze seid.

Sonntag, 02.15 Uhr. In Potsdam zwitschert das Handy. André ist dran. "Wir haben jetzt die Grenze in Frankfurt passiert."

Das Tierheimteam wird benachrichtigt, um den Empfang vorzubereiten.

03.30 Uhr. Der Iveco-Transporter rollt auf das Tierheimgelände. Die Männer steigen aus und strahlen. Geschafft. Fast 24 Stunden seit der Übernachtung in Polen sind vergangen. Sie sind glücklich, aber k.o.

Eines der Tierpflegerinnen-Teams aus Kiew.

Wir laden die Tiere aus. Als wäre nichts gewesen, lassen sie sich begrüßen und führen. Alle sind wohlauf. Auch bei uns in Potsdam sind die Tiere in guten Händen.

Jetzt muss es noch einen Kaffee geben und eine kleine Auswertung der Tour.

Es ist 05.30 Uhr. Die Männer steigen in ihre eigenen Autos und rollen nach Hause.

Die Tierpflegerinnen in Kiew haben ein herzerweichendes Danke-Video gemacht und es auf ihre Facebook-Seite gestellt.

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