Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


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Das Phantom von Potsdam

Pressemitteilung vom 06. Januar 2009

Wer weiß was mit der seit über sieben Wochen umher irrenden weißen Hündin geschehen ist? Sie ist das letzte Mal am 29.12.08 gesehen worden.

In den Wochen zuvor gingen täglich mehrere Anrufe beim TSV ein. Brauchbar waren nur die wenigsten Meldungen, nämlich die, wenn die Anrufer genau sagen konnten, wo sich der Hund in den letzten 10 Minuten befand. Erst dann war ein Ausrücken überhaupt sinnvoll.

Über 15 Mal – nicht mitgezählt die Suchaktionen, die viele Mitglieder spontan machten – rückte der TSV mit dem Auto aus und versuchte, die Hündin zu fangen.

Bis auf wenige Zentimeter ließ die Hündin Menschen an sich heran, aber jede Bewegung, die nicht wie Füttern aussah, schlug das Tier sofort in die Flucht.
Die Hündin konnte auch mehrmals auf ein Grundstück gelockt werden, aber als sie merkte, dass sie gefangen war, fand sie immer einen Weg in die Freiheit.

Wahrscheinlich ist die Hündin tragend, denn sie hatte drei Tage lang Begleitung von einem kleinen schwarzen Rüden.

Im Laufe der Wochen stellte sich heraus, dass die Hündin immer wieder in einen bestimmten Garten ging, morgens und abends. Dort wurde Anfang Dezember abends mit zwei Tierärztinnen und vier Helfern der Hündin aufgelauert – sie sollte mit Blasrohr betäubt werden. Eine dafür notwendige Genehmigung vom Veterinäramt war eingeholt. Leider lies sich der Hund an diesem Abend nicht sehen. Nach 3 Stunden wurde  die Aktion in eisiger Kälte abgebrochen.

Am 26.12.08 und am 28.12.2008 folgten zwei weitere Fangaktionen. Der Hündin wurden Köder mit Beruhigungstabletten gegeben, die sie zwar aufnahm, aber beide Male reichte die Dosis nicht, um sie ausreichend bewegungsunfähig werden zu lassen. Ein Mitglied des TSV näherte sich dem ruhenden Hund 3 Mal mit der Fangschlinge von hinten, aber im letzten Moment störten entweder Spaziergänger die Ruhe oder das Tier bemerkte den Menschen hinter sich.

Da diese Hündin dichtes Fell hat, kann man ihr Gewicht nur grob schätzen. Die Vermutung, dass das Tier durch die vergangenen Wochen geschwächt und unterernährt ist, lies daher nur eine vorsichtige Dosierung des Beruhigungsmittels zu.
Leider scheiterten beide Fangaktionen.

Die Polizei wurde danach informiert, dass sie den TSV anrufen möchte, sobald eine Meldung über den Verbleib des Tieres eingeht. Alle freiwilligen Helfer fieberten von morgens bis abends. Am nächsten Tag war die Hündin wieder da, so als sei nichts geschehen.

Der TSV fasste den Entschluss, eine Lebendfalle aufzustellen. Problem -
woher bekommt man eine so große Lebendfalle? Niemand schien solche Fallen zu besitzen, nicht einmal der Berliner Zoo. Und die die schließlich ausfindig gemacht werden konnten, waren verliehen, oder hunderte Kilometer entfernt. Nun galt es, zu improvisieren. Schließlich wurde am 30.12.2008 im Garten, wo die Hündin regelmäßig vorbeischaute, vom TSV eine selbstgebaute Falle aufgestellt und mit Tannenbäumen getarnt.

Am Silvesterabend passierte das, was alle Beteiligten befürchtet hatten.
Vermutlich durch die Knallerei im Wohnviertel verschwand der Hund bis zum
heutigen Tag spurlos. Eine Anfrage bei der Polizeiwache am 04.01.09 brachte auch keine neuen Ergebnisse.

Deshalb unsere Bitte:
Rufen Sie uns sofort an unter 0331 – 973033 oder 0171- 7258873,
wenn sie die weiße Hündin sehen.
Vielen Dank!
Anke Drohla TSV

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