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“Die Krone des Zirkus?”

Pressemitteilung 10.08.2009 – “Die Krone des Zirkus?”


Zirkus Krone wirbt in seinen Flyern mit dem „Tier-Circus als Bildungsstätte“ und behauptet, „Kinder und Erwachsene könnten in gut geführten Unternehmen vieles über das Wesen von Tieren und den Umgang mit ihnen lernen.“ Davon abgesehen, dass ein Elefant in freier Wildbahn wohl eher selten einen Handstand macht, springen selbst weiße Löwen in Freiheit nicht durch brennende Reifen – was also lernt man bei Zirkus Krone über diese Tiere wirklich?
Bei einem Besuch des „Zoos“ von Krone wird einem auch sehr schnell klar, dass die bunten Bilder der Werbeprospekte wohl eher realitätsfern sind. Zwei Löwinnen nagen monoton an den Sitzbrettern in dem viel zu kleinen Außengehege – von den versprochenen Beschäftigungsmöglichkeiten fehlt jede Spur. Die Ponys stehen mit gesenktem Kopf, in ihr Schicksal ergeben, in ihren kleinen Boxen – kein Außenauslauf ermöglicht ihnen Bewegung und Sozialkontakte zu den anderen Tieren.
Bei den Elefanten gar ist das Fotografieren und Filmen verboten – warum nur? Damit man die qualvolle Enge, in der die Tiere gehalten werden, nicht dokumentieren kann? Einige der Tiere stehen, die ganze Zeit monoton schaukelnd, auf einer Stelle. „Weben“ nennen Fachleute diese Verhaltensstörung, deren Ursache soziale Vereinsamung ist. In freier Wildbahn legen Elefanten täglich bis zu 13 km zurück, um Futter zu suchen und leben in sozialen Verbänden. Nichts davon kann ein Zirkus ersetzen.
Solange allerdings die Bundesregierung keine einheitliche Regelung zu einem Wildtierverbot in Zirkusunternehmen findet, wie es bereits in elf anderen europäischen Ländern existiert, ist es an den Städten und Gemeinden, Farbe zu bekennen. So sollten nicht länger städtische Flächen für Gastspiele von Zirkusunternehmen, die mit Wildtieren reisen, zur
Verfügung gestellt werden. Unsere Bitte an die Stadt Potsdam – kein Vergnügen mehr auf Kosten von Wildtieren im Zirkus!
Andrea Salow
Mitglied des Vorstandes des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung. e.V.

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