Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Falsch geparkte Enten

Pressemitteilung vom 9. Mai 2010

Bereits die vierte Meldung innerhalb von drei Wochen ging am Sonntag im Büro des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V. ein: Entenmutter mit Küken sitzt in der Klemme!
In jedem der Fälle haben die Entenmütter ihre Eier sicher vor Nesträubern in der Nähe des Menschen abgelegt. Diese Sicherheit entpuppt sich aber spätestens nach dem Schlüpfen der Küken als tödliche Falle.
So fanden wir zwei Entenmütter in geschlossenen Hinterhöfen in der Innenstadt, weit vom Wasser entfernt und eine Mutter auf dem Balkon der 3. Etage nahe dem Stadtzentrum. Die vierte Mutter irrte mit ihren Küken mitten durch ein Wohngebiet. Im letzten Fall griffen wir nicht ein, war doch der Weg bis ans Wasser im Bugapark für die Entenfamilie durchaus erreichbar.
Wenn aber die Küken auf einem Hinterhof „eingeschlossen“ sind, wird die Mutter unzählige vergebliche Male versuchen, ihnen den Weg über eine hohe Mauer zu zeigen. Sie kann dann mit hundertprozentiger Sicherheit nur noch mit hilflosem Geschnatter versuchen, den hungrigen Krähen und Elstern die Küken aus deren Schnabel zu entreißen. Sie wird am Ende alle Jungen verlieren.
Deshalb gilt es, nach der Meldung über „falsch geparkte Enten“ keine Zeit zu verlieren. Die Hoffnung, dass das Ordnungsamt in Potsdam schnell handelt, habe ich als freiwillig-aus-der-Not-heraus-Helferin schon lange aufgegeben. Denn innerhalb von wenigen Stunden haben Krähen und Elstern den Kampf gegen eine Entenfamilie gewonnen und übrig bleiben die Daunen der Küken und eine kinderlose Entenmutter.
Und wenn nicht die Krähenvögel, die nur um ihr Überleben und das ihrer Brut besorgt sind, und an dieser Stelle nicht schlecht gemacht werden sollen, die Enten beseitigen, dann würden die Küken ohne Futter und Wasser schlichtweg verhungern.
Es hilft deshalb nur zügiges Einfangen von Mutter und  Küken, sowie das Aussetzen an einem nahen Gewässer, wo wenig Artgenossen umherplätschern und auch Versteckmöglichkeiten wie Schilf und Unterholz vorhanden sind.

Anke Drohla, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung e.V.

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