Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Keine Zeit für bunte Bildchen

Pressemitteilung vom 17. Dezember 2009

Der TSV Potsdam und Umgebung e.V. will ein eigenes Tierheim bauen – so steht es seit seiner Gründung vor knapp 20 Jahren in seiner Satzung. Zwei Jahrzehnte lang versuchten die verschiedenen Vorstände gemeinsam mit der Stadtverwaltung in Potsdam dafür ein geeignetes Grundstück zu finden – bisher vergeblich.

Nun scheint ohne die Stadtverwaltung endlich ein Grundstück gefunden. Eine Bauvoranfrage wurde vom TSV gestellt – und löst bei Stadt und Presse Erstaunen aus. Man spricht gar „von schlechten Verlierern“ und kritisiert, „dass bunte Grafiken fehlen“.

Wer die Arbeit der Tierschützer kennt, weiß, dass die Zeit für bunte Bildchen knapp ist. Viel zu oft muss Tieren in Not schnell geholfen werden – und das ohne Tierheim. So kümmerte sich der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. z.B. um die fast verhungerte Langhaarkatze “Elona“. Da sich das Ordnungsamt Potsdam weigerte, das Tier aufzunehmen, nahmen die Potsdamer Tierschützer die halbtote Katze in Obhut, ließen sie medizinisch versorgen und päppelten sie auf. Auch der Fall „Nikita“, einer von einem Auto angefahrenen Katze, die vom Ordnungsamt abgelehnt worden war, steht beispielhaft für den Einsatz, den der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V. tagtäglich leistet. Nikita wurde eingefangen und in die Tierklinik gebracht und konnte so durch mehrere kostenintensive Operationen, die einzig und allein aus Spenden finanziert wurden, gerettet und ebenso wie Elona vermittelt werden.

Nach „eigener Legitimität“ braucht der Potsdamer Tierschutzverein also keinesfalls zu suchen.

Viele ehrenamtliche Mitglieder versorgen die sogenannten Straßenkatzen im Potsdamer Stadt– und Landgebiet, der TSV stellte dafür allein in diesem Jahr Futter im Wert von etwa 20.000 Euro zur Verfügung. Von den Mitgliedern werden ausgesetzte Hauskatzen angefüttert, eingefangen, medizinisch versorgt, kastriert und wenn möglich vermittelt. Wie viel mehr Tierleid hätten wir in Potsdam, wenn sich all diese ausgesetzten, unkastrierten und oft kranken Katzen unkontrolliert vermehren würden?

Der Tierschutzverein hilft den Tieren, die in Potsdam zu Schaden kamen und vom Verursacher und der Stadtverwaltung, die sich immer seltener in der Pflicht sieht, keine Hilfe bekamen. Hierfür sammelt er Spenden und lässt die Tiere auf seine Kosten behandeln und wo möglich pflegt er sie bis zu ihrer Vermittlung.

Wer die Worte „Sieger“ und „Verlierer“ beim Thema Tierschutz verwendet, hat offensichtlich den Sinn des Themas noch nicht durchschaut. Verlierer sind zur Zeit in Potsdam noch die vielen ausgesetzten Tiere, für die sich die Stadt nicht zuständig fühlt. Hoffen wir, dass sich das bald ändert – mit einem oder mit zwei Tierheimen.

Andrea Salow
Vorstand TSV Potsdam und Umgebung e.V.

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BLZ: 160 500 00
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