Chinchillas (Chinchilla laniger f. dom.)
Das Herkunftsland der Langschwanz – Chinchillas ist Südamerika (Hochgebirgs- regionen). Es sind sehr gesellige Tiere, die mindestens zu zweit gehalten werden müssen, besser noch in einer größeren Gruppe. Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv, daher keine Spielkameraden für kleine Kinder. Wenn man viel Zeit mit den Tieren verbringt ist es möglich, daß sie handzahm werden. Auch hier ist zu beachten, daß unerwünschter Nachwuchs kaum eine Chance auf Vermittlung hat, die Tierheime sind voll von Chinchillas. Das liegt sicher auch daran, daß die Geschlechter von einem Laien kaum zu unterscheiden sind, sollten sie sich also nicht sicher sein, wenden sie sich bitte rechtzeitig an einen kompetenten Tierarzt! Die Lebenserwartung der Tiere beträgt durchschnittlich 10 bis 15 Jahre, bei artgerechter Fütterung können sie bis zu 22 Jahre alt werden. Chinchillas können, wie die meisten Nager (Flucht- und Beutetiere) sehr gut hören, springen und klettern! Sie brauchen daher auch täglich Auslauf im Wohnbereich, wobei sie auch gelegentlich nagen. Die Sehleistung ist bei Chinchillas ihren Aktivitätszeiten angepaßt. Wie für alle Nager, v.a. langschwänzige, gilt auch hier – ein Ziehen oder Hochheben am Schwanz kann bösartige Hautläsionen hervorrufen, die im Zweifelsfall sogar bis zum Tod des Tieres führen können!
Haltung:
Eine Voliere für 2 Chinchillas sollte eine Mindestgröße von bxtxh 100x80x200 nicht unterschreiten. Dreidimensionale Raumgestaltung mit Sitzbrettern aus Holz in unterschiedlichen Höhen, Ästen von unbehandelten Bäumen (Obstbäume, Weide o.ä), flachen Steinen, Schlupfhöhlen aus Holz (Baumstämme, Korkeiche ect.), Nagematerial (Äste, gutes Heu, Stroh, evtl. Hanfstengeleinstreu ect.), eine Nagertoilette (man kann die Tiere daran gewöhnen) und ein Sandbad für die tägliche Fell- und Hautpflege (großräumig!) sind unabdingbar.
Da die Tiere tagsüber schlafen, sollte ein ruhiger Standort gewählt werden.
Ernährung:
Die Grundnahrung eines Chinchilla besteht aus vollwertigem uns abwechslungs- reichem Heu, es können auch spezielle Chinchilla-Pellets (nur im Fachhandel erhältlich) als Ergänzung gereicht werden. Bei der Ernährung der Chinchilla ist zu beachten, daß sie energiearm und rohfaserreich sein muß, Futter mit hohem Gehalt an Eiweiß und Fett führt zu massiven Verdauungsstörungen. Als zusätzliche Leckerei / Beigabe empfehlen wir ca. 2 – 3 x pro Woche ein kleines Stück frischen Apfels, getrocknete Hagebutten, Blüten von Topinambur oder Mariendistel, sowie unbehandelte Äste von Weide, Apfel, Birne, Haselnuß, für den notwendigen Zahnabrieb sollte ein Kalknagestein immer zur Verfügung stehen. Täglich frisches Wasser wie bei allen Tieren versteht sich von selbst.
Auch heute noch stellt falsche Ernährung leider die Hauptursache für alle Erkrankungen von in Heimtierhaltung lebenden Chinchillas dar!



