Degus (Octodon degus).
Das Herkunftsland der Degus, auch Strauchratten genannt, ist Chile, sie zählen zu den Verwandten der Meerschweinchen und der Chinchillas. Sie sind sehr gesellige Tiere, die als Gruppe gehalten werden müssen und tagsüber aktiv sind. Die kleinste stabile Gruppe sind hier 3 Tiere, um einer Trächtigkeit vorzubeugen selbstverständlich gleichgeschlechtliche Degus. Ideal verstehen sich gleichgeschlechtliche Wurfgeschwister, es ist aber auch möglich, ein kastriertes Männchen mit 2 – 4 Weibchen zu halten. Die Sinne der Degus sind vergleichbar mit denen der Chinchillas, allerdings besitzen Degus ebenfalls einen sehr ausgeprägten Gehörsinn, sie kommunizieren durch viele verschiedene Laute untereinander im Familienverband. Baut man ruhig und vorsichtig über einen längeren Zeitraum den Kontakt zu den Tieren auf, können sie auch zahm werden, sind aber keine geeigneten Tiere für kleine Kinder. Auch Degus brauchen täglichen Freilauf – da sie sich allerdings gern verstecken und viel nagen bietet sich zur Sicherheit für die Tiere ein geeignet eingerichteter Raum oder eine Abtrennung in einem größeren Raum an (min. 1m Höhe, da Degus gut springen!). Die Lebenserwartung der Degus beträgt, wenn sie artgerecht gehalten werden, ca. 4 – 5 Jahre.
Haltung:
Degus benötigen einen sehr großräumigen Käfig bzw. Voliere, da sie in freier Natur (Haltungsform noch sehr nah an Wildform) ein Areal von mehreren Quadratkilometern beanspruchen. Zur Beschäftigung und Befriedigung des Bewegungsdranges kann in der Voliere auch ein spezielles, geschlossenes, Schereneffekt – freies Laufrad montiert werden. Da Degus sehr nagefreudig sind, raten wir ihnen von einer Haltung in Holz – Eigenbauten und Käfigen mit Plastikunterwannen ab. Gut und v.a. sicher untergebracht sind Degus in einer Metallgittervoliere (für Sittiche bspw.) mit einem max. Gitterabstand von 2 cm für erwachsene Tiere. Um 3 Degus ein artgerechtes Heim zu bieten ist bspw. eine Voliere mit den Maßen bxtxh 100x80x150 vonnöten. Direkte Sonneneinstrahlung sowie Zugluft sollten, wie bei der Unterbringung aller Tiere, vermieden werden. Das Degu – Heim wird mit mehreren Etagen, Röhren, großen Ästen und Steinen, Versteckmöglichkeiten, Seilen, Holztreppen, Schlafhäusern (Holz, Keramik) usw. abwechslungsreich eingerichtet. Die Einrichtung sollte wie auch bei Chinchillas naturnah sein, Gegenstände aus Plastik haben in der Degu – Umgebung nichts zu suchen da sie angenagt, und die Späne verschluckt (Lebensgefahr!) werden können. Ein großräumiges Sandbad ist für Degus unbedingt erforderlich.
Ernährung:
Die Nahrung eines Degus sollte vorwiegend aus frischem, würzigem Heu mit Kräutern bestehen. Körnerfütter sollte nicht übermäßig viel gereicht werden, als Ergänzung der täglichen Heuration bieten sich Fertigfuttermischungen aus dem Fachhandel an, allerdings nur, wenn sie keine zucker- und fetthaltigen Inhaltsstoffe (Rosinen, Melassezusätze, Nüsse, Sonnenblumenkerne) enthalten. Degus neigen bei falscher Fütterung stark zur Ausbildung von Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), diese ist bei den kleinen Tieren nicht behandelbar und führt zum frühen Tod. 2 – 3 x wöchentlich gibt es Frischfutter, hier bitte nur Gemüse (Salat, Gurke, Tomate, Karotten, Chicoree ect.) und frische Kräuter (Löwenzahn, Vogelmiere, Rauke ect.) anbieten, Obst enthält zu viel Zucker. Weiterhin sollten immer kleinere Zweige (Obstgehölze, Weide, Haselnuß) zum Nagen (Zahnabrieb, Nahrung) vorhanden sein, sowie frisches Trinkwasser. Ein Salzleckstein gehört nicht in die Voliere.



