Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.

 


Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Mongolische Rennmäuse (Meriones unguiculatus).

Das natürliches Verbreitungsgebiet der Mongolischen Rennmaus sind die sandigen Steppen der Zentral- Süd- und Nordostmongolei, ebenso ist sie in Nordchina zu finden.
Sie werden im ZFH auch oftmals als Gerbile bezeichnet und leben in freier Wildbahn in Gruppen mit bis zu 20 Tieren. Innerhalb einer Gruppe pflanzt sich nur das dominante Elternpaar fort, so wird “Inzucht” vermieden. Rennmäuse sind wie die meisten Kleinnager sehr fruchtbar und können bis zu 6 Mal im Jahr werfen! Deshalb halten Sie bitte auch diese Tiere in gleichgeschlechtlichen Gruppen (am besten Wurfgeschwister oder Vergesellschaftung von Jungtieren unter 10 Wochen) mit mindestens 3 Tieren. Alternativ können Weibchengruppen auch mit einem kastrierten Bock gehalten werden, allerdings birgt die Kastration bei Rennmäusen besondere Risiken für das Tier, sie sollte gut überlegt und von einem erfahrenen und kompetenten Tierarzt unter Gasnarkose durchgeführt werden.
Die Mongolische Rennmaus gibt es in vielen Farbschlägen, ihre durchschnittliche Lebenserwartung in der Heimtierhaltung liegt durch Verzüchtung und falsche Haltung leider nur noch bei ca. 3 Jahren. Außer der häufig gehaltenen Mongolischen Rennmaus gibt es noch viele weitere Arten, auf die hier nicht näher eingegegangen werden soll, hier wären z.B. zu nennen: Persische Rennmaus, Fettschwanz – Rennmaus, Bleiche Rennmaus und Buschschwanz – Rennmaus.
Rennmäuse allgemein sind sehr neugierige Tiere, mit sehr viel Geduld können sie auch handzahm werden. Für Kinder sind sie aber eher ungeeignet. Ihre besonderen Fähigkeiten zeigen sich im Hör-, Gleichgewichts- und Geruchssinn – sie springen, klettern und graben gern und sind daher gut zu beobachten. Eine anatomische Besonderheit stellt die Duftdrüse dar, welche sich am Bauch der Tiere befindet, sie markieren damit ihre Umgebung indem sie über den Boden “rutschen”. Diese Drüse kann bei falscher Haltung verstopfen und sich entzünden, in diesem Fall muß sofort ein erfahrener Tierarzt aufgesucht werden der sich damit auskennt!

Haltung:
Für die Haltung von drei Tieren gelten die Mindestmaße BxTxH 120×70x100, die Tiere sind äußerst bewegungsfreudig und brauchen nicht nur genügend Versteck- und Auslaufmöglichkeiten, sondern auch mehrere Etagen zum klettern, schlafen und springen.
Die gängigen für Rennmäuse im ZFH angebotenen Käfige sind leider nicht nur überteuert, sondern auch gänzlich ungeeignet. Als Unterwanne kommt ob der großen Nagefreudigkeit der Tiere nur Metall (nicht rostend!) infrage, auch die Vergitterung sollte stabil sein und einen maximalen Abstand von 1,5 cm aufweisen. Glasbehälter (auch Terrarien) jedweder Art sind außer als Unterbauten für Rennmäuse abzulehnen (Belüftung, Verletzungsgefahr durch nicht sichtbares Glas).
Das Gehege sollte ausschließlich naturnah ausgestattet werden – Plastikhäuser, wie bspw. bei Farbratten möglich, haben hier nichts zu suchen! Wichtig für die Einrichtung des Geheges ist ein großes Sandbad mit Vogelsand zum Buddeln und zur Körperpflege, verschiedene Holzhäuser und -tunnel, Klettermöglichkeiten, Röhren aus Kork oder Holz und Polstermaterial für die Schlaf- bzw. Grasnester, hier bieten sich bspw. Kapokschoten an. Die Unterwanne sollte nicht nur nagefest, sondern auch tief sein (mind. 20 cm), um den Tieren das natürliche Wühlen zu ermöglichen, alternativ bietet sich als Unterboden ein altes großes Aquarium an. Rennmäuse benötigen eine Umgebungstemperatur von mindestens 20 °C.

Ernährung:
Rennmäuse ernähren sich hauptsächlich von kleinen Sämereien (Gräser, Kräuter)und Getreide(bspw. Gerste, Roggen, Emmerweizen, Kolbenhirse, Buchweizen, grüner Hafer) sie nehmen nur wenig getrocknetes Gemüse / Obst (z.B. rote Beete, Möhren, Sellerie, Fenchel, Kohlrabi, Rosinen, Äpfel, Birnen, Hagebutten) zu sich. Als Hauptnahrung sollte eine Mischung aus vielen Kleinsämereien, Getreide und etwas getrocknetes Gemüse und Kräuter (z.B. Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut, Vogelmiere) als Trockenfutter gereicht werden. Das Trockenfutter sollte keimfähig sein, Keimlinge sind eine wertvolle Nahrungsergänzung, ebenso frische Zweige von Obstbäumen, Weide und Haselnuß. Frisches Gemüse sollte nur in kleinen Mengen gegeben werden, sodaß es sofort verzehrt werden kann, hier wären bspw. zu nennen: Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, frischer Mais (nur wenig), Tomaten (ohne Grün), Kürbis, Broccoli, Sellerie, rote Beete, Zucchini,Feldsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat, Mangold und Bio – Kopfsalat. Nüsse und Kerne (z.B. Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Hasel- und Walnüsse) enthalten viel Fett und müssen deshalb wohldosiert werden – alle 2 Wochen eine kleine Gabe ist mehr als genug! Frisches Obst enthält viel Zucker, daher nur als Leckerei ca. 1 – 2 x pro Woche in Maßen zufüttern. Zusätzlich kann und sollte gutes Heu im Gehege immer vorrätig sein.
Insgesamt soll also die Ernährung fett-, zucker- und energiearm, dafür aber ballaststoff-, vitamin- und rohfaserreich sein, alles andere schadet dem Verdauungssystem, hemmt den Zahnabrieb und fördert Krankheiten, was die Lebensdauer und -qualität der Rennmäuse verkürzt.
Täglich frisches Wasser ist selbstverständlich, es sollte einerseits in einer Nippeltränke, zum Erfrischen aber auch zusätzlich in einer flachen Schale angeboten werden.

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